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Jahrbuch Jugendforschung
5. Ausgabe 2005
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
ISBN: 3-531-14801-X
333 Seiten, Paperback

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Aus dem Inhalt

Vorwort der Herausgeber

Thema A: Umkämpfte Räume: Delinquente Jugendkulturen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Detlef Briesen
Die jugendliche Drogenszene und sozialer Raum. Das Fallbeispiel New York in den 40er- und 50er-Jahren.
Abstract

Franz-Werner Kersting
"Unruhediskurs". Zeitgenössische Deutungen der 68er-Bewegung "Unrest discourse".
Abstract

Thomas Lindenberger
Rowdys im Systemkonflikt. Geheime und öffentliche Bilder der Jugenddelinquenz im Staatssozialismus
Abstract

Klaus Weinhauer
Drogenkonsum und Jugendgewalt in bundesdeutschen Großstädten der 1960/70er-Jahre: Auf dem Weg zu einer neuen Unübersichtlichkeit
Abstract

Thema B: Motor, Mobilität. Stadterfahrung.
Jugend im Prozess der Zivilisation

Dietmar Fack
Jugend, Motorrad und Stadterfahrung. Die Kontinuität subkultureller motorsportlicher Milieus in der modernen Industriegesellschaft
Abstract

Claus J. Tully
Mobilität und Kommunikation. Essentials der Identitätsfindung im Jugendalltag
Abstract

Jürgen Raithel
Riskante Straßenverkehrsteilnahme Jugendlicher
Abstract

Trends

Wolfgang Gaiser, Martina Gille, Johann de Rijke, Sabine Sardei-Biermann (Deutsches Jugendinstitut)
Zur Entwicklung der Politischen Kultur bei deutschen Jugendlichen in West- und Ostdeutschland.
Ergebnisse des DJI-Jugendsurvey von 1992 bis 2003
Abstract

Dagmar Hoffmann
Körpererfahrungen, Sexualität und Geschlechtsidentität. Jugendliche auf der Suche nach der Norm, dem Ideal und nach sich selbst
Abstract

Werner Georg
Transmission und Stabilität kulturellen Kapitals im Lebenslauf und seine Wirkung auf den Prozess des Statuserwerbs
Abstract

Peter Lutze
Das Codebuch kommerzialisierter Medienkulturen: Horizontale Sub-Texte im Fernsehgeschehen als Betriebsanleitung für die Lebenswelt
Abstract

Internationale Länderberichte

Ladislav Machacek
Die Orientierung der slowakischen Jugend an der EU. Zur politischen Soziologie der jungen Bürger nach der Wende 1989
Abstract

Valburga Schmiedt Streck
Jugend im brasilianischen Kontext: Überlegungen zu einem neuen Forschungsfeld
Abstract

Titel

Projekte

Das fünfte Jahrbuch

Fünf Ausgaben des Jahrbuchs Jugendforschung

Ein kleines Jubiläum ist zu feiern. 2001 wurde das erste Jahrbuch der Fachöffentlichkeit übergeben. Fünf Jahre später folgt bereits die fünfte Ausgabe. Jedes Jahrbuch umfasst rund 400 Buchseiten. Das heißt, wir haben mittlerweile knapp 2000 Seiten der scientific community der Jugendforscherinnen und Jugendforscher gewidmet. Das entspricht dem Umfang von zwei Handbüchern zur Jugendforschung - wir meinen, nicht nur im Umfang, sondern auch in der Qualität. Mehr als 100 Autoren, pro Handbuch runde 20, haben mittlerweile ihre Expertise und ihre aktuellen Forschungsergebnisse in den Jahrbüchern niedergelegt. Was die Aktualität angeht, so dürften wir ein durchschnittliches Handbuch leicht übertreffen. Hier müssen wir uns allerdings an den größeren Möglichkeiten von Fachzeitschriften messen lassen, aktuell zu bleiben. Jedes Jahrbuch entspricht etwa vier Ausgaben eines vergleichbaren Journals, beispielsweise der ZSE (Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisationsforschung). Damit ist zugleich angedeutet, dass die Herausgabe des Jahrbuches recht zeitintensiv ist, wenngleich in anderer Weise getaktet als bei einem viermal im Jahr erscheinenden Fachorgan. Im Mittelpunkt der Jahrbücher stehen die Themenblöcke, jeweils zwei pro Ausgabe. Die 10 Themenblöcke der bisherigen fünf Ausgaben spiegeln die Absichten der Herausgeber recht gut wider, die sie mit den Jahrbüchern verfolgen. Neben der Präsentation und Diskussion theoretischer Modelle und Konzepte geht es dort um eine Weiterentwicklung von Methodologien der Jugendforschung. Das spiegelt sich beispielsweise in dem Themenheft zur Längsschnittforschung (Jahrbuch 2/ 2001) wider, oder in dem zu neuen linguistisch inspirierten Verfahren der Kommunikationsanalyse von Peer Gruppen (Jahrbuch 3/ 2003). Schließlich geht es an dritter Stelle um eine Aufarbeitung aktueller thematischer Schwerpunkte von Jugendforschung, Beispielsweise auf den Gebieten Jugend- oder Schülerkulturen (Jahrbuch 1/2001 bzw. 3/2003).

Seit dem Jahrbuch 3/ 2003 verfügt die Redaktion über einen eigenen Internet-Auftritt. Er kann unter www.jahrbuch-jugendforschung.de genutzt werden. Dort finden Sie u.a. die Inhalte der einzelnen Jahrbücher und abstracts in deutscher und englischer Sprache zu allen wichtigen Beiträgen. Die Homepage wurde von Angela Ittel aus der Berliner Redaktion zusammen mit dem Webmaster entwickelt. (Danke!)

Zum aktuellen Jahrbuch

Das fünfte Jahrbuch behandelt zwei Themenbereiche, zu denen die Jugendforschung bislang wenig geforscht hat. In Thema A wird in vier Aufsätzen der Geschichte delinquenter Jugendkulturen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Bundesrepublik, der DDR und in den USA nachgegangen. Eine thematische Pointe dieses Thementeils besteht in der Fokussierung auf den Kampf um und die Aneignung von öffentlichen Räumen durch lokale jugendliche Gruppierungen. Weil es sich um ein Thema im Rahmen der Zeitgeschichte handelt, haben wir als Gastherausgeber zwei Historiker gefragt, Detlef Briesen und Klaus Weinhauer, diesen Teil zu betreuen. Das Thema B behandelt in drei Aufsätzen unterschiedliche Facetten eines zentralen Bereichs jugendlicher Identitätsgewinnung, insbesondere für die männliche Seite: Motor - Mobilität - Stadterfahrung. Jugend wird hier als eine Bevölkerungsgruppe "im Prozess der Zivilisation" ins Blickfeld gerückt.

Unter der Rubrik Trends dürfen wir unter anderem zwei wichtige neue Forschungsprojekte vorstellen, die aus dem gewohnten Rahmen querschnittsorientierter Einzelstudien herausfallen. Mit dem Jugendsurvey des Deutschen Jugendinstituts verfügt die deutsche Jugendforschung erstmalig über ein methodisch kontrolliertes Instrument, um historische Zeitreihen zu bilden. Die Autoren berichten - auf der Basis von drei Befragungswellen, erhoben im Fünfjahresabstand - über die Entwicklung der Politischen Kultur der Jungbürger in West- und Ostdeutschland zwischen 1992 und 2003. Mit der Studie von H. Fend u.a., über die W. Georg berichtet, wird die Erfahrung der Jugendphase in den Zusammenhang des weiteren Lebensverlaufes gestellt. Bei einer solchen Fragestellung waren Jugendforscher bislang auf Fallgeschichten Einzelner angewiesen. Ansonsten blieb diese oft gestellte Forderung nach einer lebenslaufbezogenen Jugendforschung eher Programmatik. Hier gibt eine größere Gruppe von Erwachsenen im Rahmen eines schriftlichen Fragebogens über ihre Jugend in den 1970er Jahren und über ihren weiteren Lebensverlauf Auskunft. Es steht zu erwarten, dass die Ergebnisse dieser Längsschnitt-Studie, die in der nächsten Zeit veröffentlicht werden, zu einer Revision mancher liebgewordenen Vorstellungen über Verläufe und Konsequenzen des Jungseins beitragen werden. Der Aufsatz von W. Georg vermittelt bereits einen Eindruck von diesem Potential der Studie.

Die Produktion dieses fünften Jahrbuches lag in der Hand der Siegener Redaktion. Besonderer Dank gebührt Susanne Molnar, die sich in die Layout-Vorschriften des Verlages mit Bravour eingearbeitet hat. Die Redaktion des nächsten Jahrbuches Nr. 6 liegt in den Händen der Berliner Redaktion.

Die Herausgeber, Hans Merkens und Jürgen Zinnecker

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